„Good Cop, Bad Cop“- und andere Spielereien…

„Jetzt reden Sie gefälligst über Ihre Schwächen!“ vom Autor Matthias Nöllke auf Spiegel Online bringt mich immer wieder zum Lachen. Was ein Artikel! Und so realitätsnah….

Neben den sehr „sinnigen“ Fragen in Bewerbungsgesprächen gibt es aber noch andere Faktoren, die ein Bewerbungsgespräch erfolgreich bzw. erfolglos machen. Einer davon ist sicherlich die Gesprächsatmosphäre, die nicht in jedem Bewerbungsgespräch gut ist. Es gibt einfach Gespräche, in denen man sich nicht wohl fühlt, oder in denen man gar nicht „man selbst“ ist. Plötzlich schwinden die Selbstsicherheit und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten- man fühlt sich klein.

Aber warum ist das so?

Weil Auftreten der Gesprächspartner, Kommunikation und, wie oben schon erwähnt, auch die Art der Fragestellungen manchmal einfach mit Eigenschaften wie Freundlichkeit, Empathie, Wertschätzung und Akzeptanz kollidieren. Ein Gespräch auf Augenhöhe? Oft leider Fehlanzeige!

Hierzu ein kürzlich erlebtes Beispiel:

Eines Morgens erreicht mich ein Brief, genauer gesagt eine postalische Absage eines Unternehmens, bei dem ich mich auf die Position der Abteilungsleitung Personal beworben habe. Noch am selben Tag erhielt ich einen Anruf von genau dieser Firma mit einer Einladung zum Gespräch. Als ich der Dame am Telefon mitteilte, dass ich bereits eine Absage erhalten habe und nun etwas verwirrt sei, fing diese an zu stottern und stammelte nur noch, dass das wohl ein Versehen gewesen sei. Peinliche Situation! Aber was soll‘s, ich dachte mir „kann passieren“ und wir verabredeten einen Vorstellungstermin. Für mich blieb allerdings die Frage offen, ob die Absage oder die Einladung zum Gespräch nun ein Versehen gewesen ist… Soviel schon mal vorweg: zwei der drei Gesprächspartner haben sich auf jeden Fall nicht gefreut, mich zu sehen.

Gespannt und gut gelaunt fuhr ich zum Vorstellungstermin- wie immer vorbereitet, wobei die (Karriere-)Website in diesem Fall nicht sehr aussagekräftig war. Es handelte sich um ein großes Unternehmen mit mehreren tausend Mitarbeitern und einer weit zurück reichenden Geschichte. Besonders Wert wurde (laut Website) auf die Nachhaltigkeitsstrategie im Sinne einer ökologischen Verantwortung gelegt, was mir gut gefiel. Ich meldete mich am Empfang an, rechnete aber mit Wartezeit, da ich 15 Minuten zu früh eingetroffen war und setzte mich in einen Sessel im Eingangsbereich. „Nein, nein, Sie brauchen sich nicht setzen, sie werden sofort abgeholt, alle warten schon auf Sie!“ so die Empfangsdame. Hä?? Im selben Moment ging auch schon die Fahrstuhltür auf und mit zackigem Schritt tritt eine der Personalleiterinnen heraus. „Da sind Sie ja, wir müssen heute schnell machen, daher fangen wir gleich an!“ Wir rasten zurück in den Fahrstuhl- peinliche Stille. Die Personalerin kam mir auf jeden Fall sehr gestresst und gezwungen höflich vor. Als die Fahrstuhltür wieder aufging eilten wir wie von einer Tarantel gestochen durch die Gänge und kamen schließlich im Besprechungsraum an. Nun fühlte ich mich auch gestresst.

Im Besprechungsraum warteten noch zwei Herren. Einer kam sehr freundlich auf mich zu und gab mir die Hand. Der andere wirkte sehr genervt und arrogant, reichte mir sehr flüchtig drei Finger und murmelte kaum hörbar seinen Namen, ohne mich dabei anzusehen. Sehr sympathisch… Als wir alle Platz genommen hatten, leitete die Personalerin die Vorstellungsrunde ein. Sie sei die Bereichsleiterin Personal, genau wie ihr sympathischer Kollege, der sich selbst nicht vorstellen wollte. Stattdessen nahm er eine fast liegende Position auf seinem Stuhl ein, schlang lässig die Beine übereinander („Checkerpose“) und beobachtete mich mal arrogant, mal mit einem bösen Blick, mal belächelte er mich.

Dann stellte sich mein dritter Gesprächspartner vor, der einzige, der von sich erzählte und wirklich nett war. Er sei der Betriebsratsvorsitzende. Die Vorstellungsrunde war damit nach circa 2 Minuten vorbei.

Nun sollte ich mich vorstellen und durch meinen Lebenslauf führen und fing an zu erzählen. Während ich berichtete, was eh alle schon in meinem Lebenslauf gelesen hatten, vernahm ich vom „Checker“ immer wieder Geräusche wie „tzzz“, schnaufen, seufzen… Er wurde immer unruhiger in seinem Stuhl und rutschte hin und her. Je länger ich redete, desto unsicherer machte mich sein Verhalten. „Warum tut er das? Wenn er Fragen hat, warum stellt er sie nicht?“ schießt es mir durch den Kopf. (Liebe Personaler: ihr könnte Gespräche übrigens auch lenken…)

Auf einmal platzt es aus ihm heraus: „Also, das ist ja alles gut und schön, aber interessiert mich nicht. Ich bin hier zuständig für die bösen Fragen, der Bad Cop, also lassen Sie uns mal mit der Fragerunde beginnen. Das hält ja keiner aus!“ Ähm, was genau hält keiner aus? Klingt ja fast wie eine Drohung… Die Personalerin griff ein und sagte, sie möchte doch noch meinen Ausführungen bis zum Ende folgen und danach erst Fragen stellen. Ich bin irritiert und fange an, mich schlecht zu fühlen. Was war jetzt falsch? Ich stottere den Rest meines Werdegangs heraus, entwickelte mich dabei zum Rethorikkrüppel und höre mich selbst reden, als würde ich einer anderen Person zuhören. Völlig von der Rolle. Ich merkte, dass ich immer wieder hilfesuchend zum Betriebsratsvorsitzenden schaue, der mich mit einer Mischung aus Wohlwollen und Mitleid ansieht, aber stumm bleibt. Den Checker versuchte ich auszublenden. Als ich endlich zu Ende berichtet hatte, merkte ich, dass sich nun auch die Stimmung der Personalerin geändert hatte. Sie wirkte unentspannter und ihre Freundlichkeit nahm man ihr jetzt nun wirklich nicht mehr ab.

Es begann die Fragerunde. Neben den üblichen unsinnigen Fragen wie z.B. Was sind ihre Stärken und Schwächen? Was sagen wohl Ihre Freunde über Sie? , fand ich eine Frage besonders merkwürdig. „Wie stellen Sie sich bei uns Personalarbeit vor?“. Schwer zu sagen, wenn man weder die Größe der Personalabteilung kennt, noch die Organisationsstruktur (bei etlichen Standorten), oder auch die einzelnen Abteilungen. Ich riet also ins Blaue hinein und sagte, dass ich das nicht genau weiß, aber vermuten würde, dass es bei so einem großen Unternehmen wohl Teams für verschiedene Personalbereiche, wie Personaladministration und -abrechnung, Recruiting, Personalentwicklung gäbe. Außerdem vermutete ich, dass die verschiedenen Standorte zentral betreut wurden und dass es Mitarbeiter gab, die sich um Themen wie Employer Branding kümmerten. Ich schaute in unzufriedene Gesichter. (War das hier ein Ratespiel für Bewerber? Lernt man so einen Bewerber kennen, indem man ihn Dinge erraten lässt, die er gar nicht wissen kann?)

„Tja, wenn Sie die Frage nicht weiter beantworten wollen, dann muss ich wohl was erzählen…“ Seufzend und genervt zog die Personalerin ein Organigramm aus ihren Unterlagen. Drauf gab es eine Direktorin Personal, darunter zwei Bereichsleiter Personal, darunter wieder jeweils 4 (!) Abteilungsleiter Personal, die jeweils ein Team von durchschnittlich 2 Mitarbeitern führten. Ich musste lachen und leider ist mir an dieser Stelle rausgerutscht, dass man ja noch ein paar Teamleiter einführen könne. Okay, ich gebe zu, das war frech. Sorry. Da war sie wieder- die in Deutschland so weit verbreitete „Titelgeilheit“. Hauptsache jeder leitet irgendwas…

Danach hatte niemand mehr eine Frage und ich wurde nach 40 Minuten (!) sehr kühl verabschiedet.

Ich weiß gar nicht, was mich nach dem Gespräch am meisten zum Nachdenken gebracht hat. Ich glaube die Tatsache, dass die Direktorin Personal in der Jury des HR Excellence Awards sitzt. Und das, wo das Team Personalentwicklung dieses Unternehmens gerade erst in den Kinderschuhen steckt, eine Employer Branding Strategie noch weite Zukunftsmusik ist und die Egos der Personaler die Teams füllen. Aber auch die Tatsache, dass ich sehr „klein“ aus diesem Gespräch heraus gegangen bin, mich schlecht gefühlt habe (sowas passiert mir äußerst selten) hat mich sehr geärgert. Man sollte doch meinen, dass Personaler in der Lage sein sollten, professionelle Gespräche auf Augenhöhe führen zu können, mit echtem Interesse an der Person, die Ihnen gegenüber sitzt. Obwohl ich eigentlich kein Freund von kununu bin, habe ich nach diesem Gespräch die Bewertungen des Unternehmens von Bewerbungen angeschaut und  war wohl nicht die einzige, der es so ergangen ist. Und auch die Mitarbeiter haben eine eher negative Sicht auf die HR Abteilung. Schade, dass HR immer wieder das eigene Image so negativ prägt… dabei wollen wir doch echte „Business Partner“ sein…

18 Kommentare


  1. Liebe Sandra,

    ich bin selbst Personaler seit vielen Jahren und musste – leider – schon das ein oder ander Mal ähnliche Erfahrungen wie Du sammeln.

    Ehrlich gesagt, ich verstehe es nicht… In einem Auswahlverfahren müssen sich immer ZWEI Seiten füreinander entscheiden. Das ist wie in einer Beziehung… Für mich spielen da mehrere Aspekte rein:

    1. Ich möchte mein Unternehmen doch so glaubwürdig wie möglich darstellen. Meiner Auffassung nach ist es wichtig, dass nicht nur das Unternehmen, sondern auch der Bewerber genau weiß, worauf er sich im Falle aller Fälle einlässt. Was habe ich denn davon, wenn der Bewerber nach kurzer Zeit wieder kündigt, weil er unzufrieden mit dem Unternehmen ist oder Dinge versprochen wurden, die so nicht zutreffend sind.

    2. So wie der Beweber mich als Unternehmer / Personaler o. ä. überzeugen muss, dass er der Richtige für die Stelle ist, muss auch ich ihn überzeugen, dass mein Unternehmen zu ihm passt. Ich war bereits zweimal in einer Situation, in der ich als Bewerber eine Stellenangebot abgelehnt habe, weil sich das Unternehmen für mich im Gespräch als unmöglich und absolut respektlos dargestellt hat. (Ich hab mich dann gefragt, wie sich das Unternehmen dann mir gegenüber verhält, wenn ich schon an Bord bin – wenn es sich in dem Moment, in dem es mich unter Umständen gerade anheuern will, schon so respektlos verhält?) Der Begriff Augenhöhe ist bereits mehrfach gefallen, trifft es aber auf den Kern. Vielleicht müssten solche Recruiter, wie Du sie beschreibst, häufiger selbst eine solche Erfahrung machen. (Aber wahrscheinlich interessiert sie es nicht einmal… oder der Bewerber war einfach nur zu blöd…) Natürlich ist das auch leicht zu sagen, wenn man als Bewerber dringend einen neuen Job sucht und es sich u. U. nicht leisten kann, ein Angebot abzulehnen…

    3. Neben der Auswahl der richtigen Person ist es für mich immer wichtig, dass der Bewerber, der eine Absage bekommt, aus dem Gespräch rausgeht und sagt „Schade, dass es nicht geklappt hat, für die hätte ich gern gearbeitet.“ Das zeigt mir, dass wir den respektvollen Umgang miteinander pflegen und außerdem ist es auch noch förderlich für unseren Außenauftritt. Denn so etwas spricht sich rum… Glücklicherweise komme ich ab und zu auch mit Bewerbern ins Gespräch, die eine Absage von uns erhalten haben und dann freut es mich, wenn ich eine solche Rückmeldung erhalte. Das zeigt mir, dass ich mich auf dem richtigen Weg befinde. (Auch, wenn ich selbst noch einige Hürden bei uns in der Personalabteilung diesbezüglich überwinden muss…)

    Unabhängig vom Thema Recruiting, kann ich Deine Auffasung zum Thema HR Business PARTNER voll unterschreiben. Natürlich ist es oft schwierig, wenn man von der Geschäftsleitung ausgebremst wird. Ich sage oft, dass man eine reine Personalverwaltung outsourcen kann. Hab ich selbst schon erlebt… da werden Aufträge an ein Service Center vergeben und die erstellen die Arbeitsverträge – alles erledigt, prima. Auch die Personalentwicklung kann ich an externe Trainer / Berater vergeben. (Wie sinnvoll das wirklich ist, weiß ich nicht…) Das bedeutet doch also, dass ich als HRler einen Mehrwert schaffen muss. Der muss nicht immer auf Zahlen basieren, aber er muss spürbar sein – für Mitarbeiter, direkte Vorgesetzte und Geschäftsführung. Wir sind die Experten rund um das Thema HR. Damit ich alle aber auch entsprechend gut beraten kann und neue Prozesse / Instrumente etc. initiieren, muss ich auch was vom eigentlichen Geschäft meines Unternehmens verstehen – was ist der Bedarf in den Fachabteilungen, welche Zwänge gibt es in den einzelnen Bereichen, wie sieht die Produktionsauslastung aus, welche neuen Aufträge konnten akquiriert werden etc. – nur dann kann ich auch wertschöpfend beraten (und im Übrigen aus Auswahlverfahren gestalten…).

    Das waren nur mal ein paar Gedanken zu Deinem Blog, den ich wirklich sehr gut finde. Ich hoffe, dass er noch mehr Leute zum Nachdenken anregt. Und Dir wünsche ich für Deine weitere Suche (und Deine privaten Erlebnisse in der kommenden Zeit) alles Gute und viel Erfolg.

    Viele Grüße
    Constanze

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    1. Liebe Constanze,

      vielen Dank für deinen Kommentar, den ich zu 100% so unterschreiben kann. Ich denke, HR muss auch die eigene Performance reflektieren, kritikfähig und veränderungsbereit sein, ansonsten ist es so wie du sagst: irgendwann kann man HR dann outsourcen. Irgendwie komisch: gerade HR ist täglich dabei, Menschen zu bewerten- sei es in Vorstellungsgesprächen oder auch bei den eigenen Mitarbeitern. Nur sich selbst nimmt man da irgendwie aus. Vielleicht ist es HR immer noch gewohnt, „gebraucht zu werden“ und man denkt, HR sei somit fester Bestandteil eines Unternehmens. Vielleicht hilft hier nur „Lernen durch Schmerzen“, damit sich etwas verändert…

      Liebe Grüße,
      Sandra

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  2. Über einen Bekannten wurde ich auf deine Seite aufmerksam gemacht, als wir uns zum Thema Auswahlgespräche unterhalten haben.

    Deine Feststellungen hat wahrscheinlich in Teilen jeder/jede von uns gemacht, der sich öfter beworben hat. Da ist viel Wahres dran.

    Ich rate immer, sich möglichst wenig davon beeinflussen zu lassen (in der Tat nicht einfach), da es eben so ist wie es ist. Ich finde, dass man sich auf solche Situationen gut vorbereiten sollte (Kennen der Firma, für die man sich bewirbt; keine Frage übel nehmen usw.).
    Es beruhigt zwar nicht, aber ich habe es bei einem meiner Mentees noch schlimmer erlebt. Die Fragen des Personalers waren nicht nur unseriös sondern auch verboten (u.a. „was wählen Sie?“). Solche Gespräche kann oder muss man sogar manchmal als Bewerber abbrechen.

    Ich finde diese Beispiele können uns auf unangenehme Bewerbungs-situationen vorbereiten. Ich muss aber auch sagen, dass sich schlechte Beispiele mehr herum sprechen als gute und das eigentlich die guten die Regel darstellen.

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    1. Hallo Jörg,
      ja leider ist es so, dass die negativen Erlebnisse einen mehr prägen und im Gedächtnis bleiben, als die positiven. Klar ist dies auch eine Übung für den Bewerber, jedoch bin ich teilweise wirklich erschrocken, welches Bild Unternehmen und Personaler während des Rekrutierungsprozesses abgeben. Vor allem, weil ich selbst Personaler bin. Ich habe einfach das Gefühl, dass viele an fachlichen Diskussionen teilnehmen, in denen es um moderne Personalarbeit geht, aber dass der Transfer des theoretischen Wissens in die Praxis leider oft noch nicht funktioniert.
      Aber klar- nichts persönlich nehmen und sich nicht beeinflussen lassen ist auch meine Vorgehensweise.
      Liebe Grüße, Sandra

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      1. Ich frage mich auch oft, warum wir so viel wissen, aber kaum die „PS“ auf die Straße bringen.

        Ich sitze immer wieder in Auswahlverfahren und bin als Rater geschult. Manchmal bin ich auch Rollenspieler. Ich habe auf beiden Seiten schon vieles erlebt.

        Manchmal gibt es auch Hintergründe, die man als Bewerber nicht (er)kennt (Bsp.: Pseudoausschreibung, Stelle ist intern schon vergeben, man hat einen Wunschkandiadten und, und, und)

        Ich halte es bei aller Diskussion aber für unabdingbar, dass man sich als Kandidatin/Kandidat sehr gut vorbereitet und insbesondere danach mit jemanden über seine Erfahrungen spricht.

        Für Vielbewerber (weil sie eben nicht sofort eine Stelle bekommen) rate ich zu einem „Bewerbungstagebuch“. Ich selbst habe damit gute Erfahrungen gemacht und lese auch nach vielen Jahren noch gerne darin (vielleicht sollte ich daraus mal ein Buch machen oder einen Blogeintrag – der aber zu lang wäre -)

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  3. Hey Sandra,

    ja, vielleicht war das ja ein tolles Stressinterview ;)…

    Ich halte von sowas im Prinzip garnichts, weder fingiert noch aus sonst irgendeiner Sitaution heraus. Manche Dinge gehen garnicht und bei diesem Bericht geht einiges garnicht.

    Ich hoffe es geht dir gut 🙂

    LG
    Stefan

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    1. Hey Stefan,

      ja mir geht´s auf jeden Fall gut, danke der Nachfrage 🙂 Wie heißt es so schön: Aufstehen- Krone richten- Weitergehen!

      LG Sandra

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  4. Ohje Sandra, befinde mich als HRler (und Recruitingchef) derzeit auch in der Umorientierung, wenn auch aus einem Anstellungsverhältnis heraus. Derzeit geht die Tendenz eher gen Selbstständigkeit, aber das steht auf einem anderen Blatt.

    Ganz so üble Erfahrungen „durfte“ ich zum Glück nie sammeln. Aber mir fiel schon immer wieder auf, dass in vielen HR Leitungsfunktionen Personen sitzen, die noch aus der Zeit des „HR ist Verwaltungsarbeit und sonst nichts“ stammen und sich irgendwie aus einer anderen Position hineingewurschtelt haben.

    Effektiv haben die selber keinen Plan von professioneller Arbeit geschweige die persönlichen Voraussetzungen für den Job.

    Im Idealfall hat man auch immer nur in einer Firma gearbeitet und ist sich völlig klar darüber, dass man nirgendwo anderes diesen Job, mit dem Gehalt und dem tollen Titel wiederbekommt.

    Also klebt man an seinem Stuhl, wurschteln mit seinen Minderwertigkeitskomplexen herum und quält sich mit der unzureichenden Liebe der internen Kundschaft. Da kann man schon mal die Geduld mit „blöden“ Bewerbern verlieren…

    Die Karriere der Dame scheint mir ähnlich. Bei nebulösen Angaben zur Biographie a la „diverse Funktionen in HR“ gespickt mit einer wohlklingenden Zusatzqualifikation „Mediation“ (gemacht um mit den akademischen Kollegen mitzuziehen und nicht aus echtem Interesse) klingeln bei mir alle Alarmglocken. Kompetente Bewerber stören diese „HR Manager, Leiter, Direktoren oder was auch immer“ nur….

    Das soll nicht bedeuten, dass nur ein Studium einen guten Personaler macht. Aber gesundes Selbstbewusstsein und ein echtes Interesse am Menschen ist schon eine wesentliche Voraussetzung. Und wenn das vorhanden ist, darf es zu solchen „Ausfällen“ eigentlich auch nicht kommen.

    Was den Herrn angeht…vor aufgeblasenen Dominanztierchen und Scheinriesen ist leider auch der Personalbereich nicht gefeit…die andere Seite des Problems.

    Ich bin immer nach dem Prinzip gegangen, dass ein Bewerbungsgespräch oder AC ohne einen ordentlichen und ehrlichen Lacher (mit dem Bewerber) schief gelaufen ist. Nicht um aus einem Auswahlverfahren eine Kasperbude zu machen, sondern weil wir Menschen sind und der Job Spaß machen soll. Wie das mit Pseudomuskelspielchen und Stressinterviews hinhauen soll ist mir schleierhaft.

    Mir graut es, wenn ich sowas lesen muss…

    Maximale Erfolge wünsch ich Dir!

    Antworten

    1. Hallo Burkahrd,

      schön zu wissen, dass es Kollegen gibt die eine vernünftige Sichtweise auf Ihren Job haben. Ein Lacher kann in der Tag nicht schaden, aber selbst wenn nicht, so ist es auf jeden fall extrem wichtig, dass der Bewerber weggeht und behaupten kann sich wohl zu fühlen.

      HR hat leider viel zu oft einen Stock im allerwertesten, der muss da weg. Wo sich Menschen begnen darf ruhig ein menschlicher Umgang erwartet werden.

      Herzliche Grüße
      Stefan

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      1. Hallo Stefan,

        ja…der gute alte Stock ;-).

        Denke, der hat viel mit den HR-Minderwertigkeitskomplexen zu tun.

        Man will unbedingt auf der Managementebene mitspielen, wird aber intern nicht ernst genommen. Weil „Personal kann jeder“, „Eh alles Sachbearbeiter“, „Alles Sozialfuzzis“, „Kosten nur Geld, bringen aber nix rein“….

        Und dann wird mit dem überkompensiert, was man so als Zeichen für Top-Management-Verhalten hält (hauptsache durchsetzen, führen, aufblasen usf.) oder die Frustration schlicht am Bewerber ausgelassen.

        Dadurch wird die Qualität der eigenen Arbeit nicht besser und der Stand im Unternehmen auch nicht. Wer nimmt schon Leute ernst die sich verbiegen?

        Wünsche maximale Erfolge!

        Burkhard

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        1. Hallo Burkhard, ja genau, so sehe ich das auch. Ich stelle mir gerade vor, ich hätte den Job bekommen, würde dann dort anfangen- wie wären die Personaler dann am 1. Tag? Genau wie im Gespräch? Oder kommt dann die wundersame Verwandlung und alle haben sich auf einmal lieb? „Ja das im Gespräch war ja nicht so gemeint….“ Alles in allem wenig glaubwürdig und solche Kollegen wünscht man sich nicht… Zum Glück hatte ich in der Zwischenzeit auch positive Erlebnisse während der Jobsuche, aber leider wirken solche Gespräche, die nicht gut laufen, länger nach. Aber ich bin dennoch motiviert 🙂
          Liebe Grüße
          Sandra

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        2. Lieber Bernd,

          HR versteht HR nicht, deswegen denken auch so viele das könnte jeder und es bringe ja nichts ein.

          Ich habe das Problem nicht in unserem Unternehmen, mich nimmt man ernst. Obwohl ich sehr locker bin und keine Ambition habe auf „steif zu machen“.

          Wieso ist das so? Weil ich gleich zu Anfang Resultate geliefert habe, die 1. extrem überfällig waren und 2. wirklich eklatant wichtig für die Firma. Hier stellt keiner mehr infrage ob HR und meine Position Sinn machen… Und selbst wenn es so wäre, dann müsste ich eben Überzeugungsarbeit leisten. Und wenn wir mal ehrlich sind bedarfs es dafür im Zweifelsfall noch nicht mal zahlen dafür sondern schlicht Ergebnisse die keiner übersehen kann.

          HR verkriecht sich gerne in der Ecke und flennt, aber wenn ich flenne bewege ich auch nichts.

          Herzliche Grüße
          Stefan

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          1. Hallo Stefan,

            dem habe ich nix hinzuzufügen!

            Ausser:

            1. Setzt natürlich immer Unternehmen voraus, die Ihre Personaler dann auch etwas erreichen lassen. So ganz klar sind sich die Geschäftsführer häufig nicht darüber, dass gute HR-Arbeit auch immer etwas mit Verändern zu tun hat. Die Probleme sollen gelöst werden, aber mit der damit verbundenen Komplexität will man dann auf GL-Ebene oft nichts zu tun haben und auch nichts davon wissen. Und dann wird blockiert. Habe Arbeitgeber gehabt wie Du sie zu haben scheinst, aber durchaus auch die ganz andere Seite kennengelernt. Dass da nicht so 100% stabile und frustrationsresistente Leute fix verschleissen, verstehe ich schon manchmal, auch wenn ich mich eher zur robusten Fraktion zähle.

            2. Bitte nenn mich nicht Bernd! Da krieg ich schräge Assoziationen. Büro ist Krieg! 😉

            Cheerio!
            Burkhard


  5. Leider trifft man häufiger bei Bewerbungsgesprächen auf der anderen Seite des „Gesprächs-Tisches“ auf Personaler, die den Bewerber als Bittsteller behandeln. Gespräche auf Augenhöhe finden kaum statt, wenn man überhaupt zum Gespräch eingeladen wird.
    Erreicht einen vorher allerdings nur eine 08/15-Absage ohne Aussagekraft oder mit Rechtschreibfehlern/falschem Adressaten, kann man manches mal jedoch schon da ablesen, daß die ein oder andere Recruitingposition mit den falschen Leuten besetzt ist.

    Finde Ihren Blog hier im Übrigen aber klasse, da ich so feststellen konnte, daß ich nicht der einzige Bewerber mit ähnlichen Erlebnissen bin 😉

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    1. Hallo Christian, danke für das Lesen meines Blogs 🙂 Ja, ich mache leider sehr häufig solche Erfahrungen, wie ich sie in meinen Artikeln beschreibe. Ich vor meiner Bewerbungsphase definitiv nicht gedacht, dass es wirklich so viele Unternehmen gibt, die ihr Recruiting so unprofessionell durchführen… Und auch generell eher eine angestaubte Personalpolitik verfolgen. Ich denke aber, dass kein Unternehmen irgendwann am Umdenken vorbei kommt… LG

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  6. Ouch, es ist doch immer wieder eine Freude, wie freundlich man mit potenziellen Mitarbeitenden umgeht. Aber deine Darstellungen bestärken mich darin, weshalb ich mir jeweils vor einem Gespräch die kununu-Bewertungen durchlese. Natürlich sind diese nicht immer als bare Münze zu nehmen, aber es gibt doch einen ersten Eindruck, was einem erwarten könnte. V.a. wenn sich einige Eindrücke wiederholen, kann man sich darauf einstellen, dass zB Freundlichkeit nur auf der Webseite steht, aber kaum gelebt wird. Nichtsdestotrotz ein „No-Go“ was du da erleben musstest.

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    1. Hi Michel, ja eine Aussage einer Mitarbeiter-Bewertung war: „Die Personalabteilung sieht sich selbst anders, als sie im Unternehmen wahrgenommen wird“. Sowas macht mich dann auch hellhörig…

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