„Wir machen jetzt auch Employer Branding…“

Bei gefühlten 40°C in meinem Auto (Außentemperatur 32°C, keine Klimaanlage) fahre ich zu einem Vorstellungsgespräch nach Hannover. Auf der Fahrt denke ich über das nach, was ich vorher über den potenziellen neuen Arbeitgeber in Erfahrung bringen konnte: ein internationaler Konzern mit vielen Standorten im Ausland, erfolgreich vermarktete Produkte und ein stetiger Expansionskurs. Klingt schon mal ganz vielversprechend. Genau das hat mich angesprochen, denn in so einem stetig wachsenden Unternehmen erhoffe ich mir eine professionelle Personalarbeit mit bereits bestehenden Strukturen (YAY- ich fange mal nicht bei 0 an!) und einer Personalabteilung, die weiß was sie tut. Gesucht wurde ein „HR-Generalist“.

Dieser Jobtitel ist mir in letzter Zeit häufiger begegnet, daher muss ich es an dieser Stelle einfach loswerden: Ich hasse genau diese Bezeichnung! Was soll das denn sein??? Die eierlegende Wollmichsau, die alles können muss, aber keinen klaren Platz in der Unternehmenshierarchie findet? Deren Job alles oder nichts- je nach Bedarf des Arbeitgebers- beinhalten kann? Ist das jemand wie ein Business Partner, ein Personalreferent oder ein Sachbearbeiter? Welches Karrierelevel? Welchen Platz hat die (arme) Sau im Team?

Bei gefühlten nun 45°C im Auto, weil ich nun über die blöde Betitelung nachdenke und mich aufrege, gehe ich in Gedanken auch nochmal die Ausschreibung meines potenziellen neuen Arbeitgebers durch. Auch hier bleibt kein Thema der Personalarbeit unerwähnt: Personalentwicklung, Recruiting, Organisationsentwicklung, Projektmanagement und und und…. Ach jaaaa, natürlich die komplette Lohnabrechnung und die Personalbetreuung. Naja, ich habe auf jeden Fall gefühlt eine Millionen Fragen notiert- denn meine Hoffnung ist nach wie vor eine Personalabteilung mit unterschiedlich qualifizierten Mitarbeitern, mit Strukturen und klar aufgeteilten Arbeitsgebieten (neuer Blickwinkel: sich bewerben hat ganz viel mit Erwartungen und Hoffnung zu tun).

Als ich in Hannover ankomme, suche ich auf dem großen Parkplatz des Unternehmens erst mal einen Schattenplatz. Nachdem ich kurz überlege, ob ich mir bei den Temperaturen ein Jackett antue, entscheide ich mich dafür und mache mich auf die Suche nach dem Eingang. Das Gebäude ist riesig, 70er Jahre Plattenbau, mit einer großen Produktionshalle. Ein kleines Schild mit dem Wort „Besucher“ weist mir den Weg in eine Art Garten. Gehweg- Fehlanzeige. Es gibt nur ein paar kleine zugewachsene Platten, auf die man treten kann und auch der übrige Garten wirkt sehr „verwuchert“. Nachdem ich an mindestens fünf Türen gerüttelt habe, finde ich endlich eine, die auf geht. Ist das ein Test? Wo ist die Kamera?

Im Gebäude empfängt mich eine durchschnittlich nette Dame und überreicht mir meinen Besucherausweis. Sie fordert mich auf, in der Warteecke noch ein wenig Platz zu nehmen. Im Gebäude ist es angenehm kühl, aber dunkel. Ich bin nun wirklich nicht groß, habe aber das Gefühl, ständig den Kopf einziehen zu müssen. Die niedrige Decke wirkt erdrückend. In der Warteecke gibt es einen Ständer mit Unternehmensbroschüren- super, davon schnappe ich mir gleich mal eine und mache mich auf den Weg zu einer Pinnwand mit Veranstaltungshinweisen. Je mehr man über das Unternehmen erfahren kann, desto besser. Plötzlich ertönt eine laute, schrille Stimme aus Richtung des Empfangs: „Bitte setzen Sie sich hin, das Rumlaufen nervt! Es dauert noch etwas!“ Ich setze mich ohne Worte. Hätte man jetzt auch anders verpacken können.

Die vorbei kommenden Mitarbeiter sind sehr höflich, jeder grüßt, lächelt und ich fühle mich langsam auch willkommen. Als die Fahrstuhltür aufgeht, erscheint eine sympathische „Mittvierzigerin“, die Personalleiterin. Wir kommen schnell ins Gespräch und ich merke, dass die Chemie zwischen uns stimmt. Das ist schon mal gut. Im Büro angekommen, erzähle ich erst einmal etwas über mich und meinen Werdegang. Danach werde ich gefragt, was ich über die Firma weiß, bzw. welche Produkte es gibt und was deren Tätigkeitsfelder sind.

Ha- ich bin vorbereitet!

So habe ich mir natürlich die Homepage angesehen: Geschichte des Unternehmens, Struktur, Produkte, Expansion und mit besonderem Augenmerk die Karriereseite. Außerdem habe ich nach Pressemitteilungen gesucht und konnte herausfinden, welche Standorte kürzlich hinzugekommen sind etc. Nach meinem ausführlichen Bericht schaue ich in ein verdutztes Gesicht. „Wo haben Sie das denn alles her? Das meiste davon stimmt so gar nicht!“ „Hm? Das steht so auf Ihrer Unternehmenswebseite.“ Schweigen. „Jaaaa, die Webseite wird gerade überarbeitet… Das stimmt alles nicht mehr. Aber ich weiß auch gar nicht, was da so drauf steht.“ Im weiteren Verlauf des Gespräches stellte sich dann heraus, dass die auf der Homepage erwähnte schwedische Mutterfirma den Konzern an eine amerikanische Firma verkauft hat. Demnach haben sich sämtliche Strukturen, das Management und auch die Berichtslinien verändert. Das Unternehmen befindet sich momentan eher in einer Umstrukturierung und die so hervorgehobene Expansion ist auch erst mal gestoppt. Ich schlucke.

Dann kommen wir zum interessantesten Teil des Gesprächs, wie ich finde. Nämlich meinen Fragen. Wie groß ist das Personalerteam? Was wäre der Schwerpunkt meiner Arbeit? Wie sind die Strukturen? Wie werden die verschiedenen Standorte betreut? Was bedeutet es, Generalist zu sein? Welche Erwartungen hat der Arbeitgeber? Und und und… Ich freue mich, denn jetzt wird die für mich bisher undurchsichtige Bezeichnung „HR Generalist“ hoffentlich klarer.

„Ja Frau Gausmann, also es ist so. Unser Team ist sehr klein, im Moment sind da nur ich und eine Halbtagskraft. Die macht vor allem die Personalbetreuung, schafft das aber nicht allein. Deshalb möchte ich sämtliche Abrechnungs- und Betreuungsthemen in die Hände des neuen Stelleninhabers geben. Wir betreuen übrigens nicht nur diesen Standort, sondern alle 5 Standorte in Deutschland. Macht circa 400 Mitarbeiter.“

„Ähm, ahso, das heißt es geht vor allem um die Personalbetreuung? Damit ist man ja allein schon mal ausgelastet..“

„Neeee, also ich hatte mir gedacht, dass das Recruiting noch aufgebaut werden muss, bisher läuft das alles über Personalvermittlungen, außerdem wären Sie für die Personalentwicklung inklusive Bedarfsanalysen und den Aufbau von Förderprogrammen verantwortlich. Das Thema Employer Branding müssten Sie übernehmen und wir befinden uns ja gerade in der Umstrukturierung- also Change Management wäre auch nicht schlecht. Ach ja, Projekte haben wir natürlich auch, Richtlinien müssten erstellt werden. Naja, die Azubis kann man ja so nebenbei betreuen. Sie haben ja schon Führungserfahrung, dann könnten Sie ja die Halbtagskraft fachlich ein wenig mit anleiten, dann muss ich mich nicht kümmern.“ Sie zwinkert mir zu. „Aber die disziplinarische Verantwortung habe ich!“

„Das ist viel, vor allem baut man ja Employer Branding, Personalentwicklung oder Recruiting nicht mal eben so auf.“

„Jaaaa, aber die amerikanische Mutterfirma macht Druck, die sind da drüben schon viel weiter. Zwar lassen sie uns freie Hand, aber Ergebnisse zählen. Ich selbst komme ja aus der Lohnabrechnung, ich hab ja von solchen Themen nicht viel Ahnung, deshalb brauche ich jetzt einen Profi- eben einen Generalisten.“

„Wie sieht denn ihr Arbeitsalltag aus? Wenn die Abteilung so klein ist, müssen Sie auch operativ arbeiten?“ Ich versuche die Frage etwas provokant zu stellen.

„Also wenn der neue Stelleninhaber da ist würde ich mich hier am Standort weniger sehen lassen, um zu den in Deutschland verteilten Arbeitsorten fahren und mal Stimmungen vor Ort aufnehmen. Das kommt viel zu kurz, dass man sich auch mal sieht. Networking eben, das ist ja auch operativ. Man kennt ja die Mitarbeiter kaum. Sollten Themen anfallen, würde ich die an Sie weiterleiten. Ansonsten pflege ich die Berichtslinie nach Amerika, da gibt es wöchentlich Videokonferenzen. Aber darum brauchen Sie sich nicht kümmern. Ach so, ja, Gehaltstechnisch kann ich Ihnen leider nur ein Sachbearbeitergehalt anbieten, das wäre ungefähr die Hälfte von Ihrer Vorstellung. Da müssten Sie sich überlegen, ob Sie das wollen.“

Ich schlucke erneut.

„Ach, was ich Ihnen noch zeigen wollte: wir machen jetzt auch Employer Branding!“ Ihre Augen fangen an zu leuchten, als Sie mir eine Broschüre überreicht. Als ich sie aufschlage, lese ich zuerst den Satz: Mit uns können Sie wachsen. Wir holen Sie ab, wo sie heute stehen. „Leben sie denn diese Dinge auch, die in der Broschüre stehen?“

„Naja, neee, noch nicht richtig, es geht ja auch erst mal um außenwirksames Marketing.“

Ich frage nichts mehr.

Als ich aus dem Gebäude komme, durch den verwucherten Garten laufe und schließlich auf mein Auto zusteuere, stehen dort zwei wild gestikulierende Herren. „Ist das Ihr Auto?“ „Ja, warum?“ „Da steht sonst immer die Geschäftsführung! Da ist nämlich Schatten!“ „Ach, ist mir gar nicht aufgefallen. Aber da steht kein Schild, woher soll man das wissen?“ „Das weiß hier sonst jeder! Nächstes Mal lasse ich Sie abschleppen!“ Ich muss lachen- ja, außenwirksames Marketing…

21 Kommentare







  1. ich wünsch dir zuerst viel glück bei der suche. ich habe mich vor jahren mal aus spass beworben (bin selbständig) und wurde abgelehnt weil ich blogger bin *g* hast du den keine angst, dass du mit diesem blog selbst ärger bekommst? ich bin nur gwunderig ist keine kritik – finde es herrlich zu lesen 😛

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    1. Hi Eric-Oliver, nein, Angst habe ich nicht. Wenn mich ein Unternehmen auf Grund des Blogs ablehnt, ist es nicht die richtige Firma für mich. 🙂 Haben Sie dir das so gesagt, dass sie dich wegen des Blogs ablehnen? LG Sandra

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      1. Dann drücke ich dir die Daumen bei deiner Stellensuche das du DIE Stelle findest.

        Ja ich hatte vor Jahren einen Blog mit knapp 12’000 Leser am Tag und war darum sehr bekannt und gefürchtet 🙂 und darum O-TON „Sie sind Blogger und darum können wir sie nicht einstellen“ – Ich amüsier mich heute noch darüber – trotzdem heute da jede HR Abteilung jeden Bewerber bei Google/Facebook/Twitter und Co Sucht – ist das noch eine heisse Sache :p

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        1. Oha, na ich bin gespannt ob mir das auch passiert… 🙂 Aber schon lustig wie manche Unternehmen darüber denken…

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  2. Hallo,
    dass der Personalbereich in vielen Unternehmen sehr unprofessionell wirkt hat sicher viele verschiedene Gründe, die ich wahrscheinlich gar nicht alle kenne (aber meine persönliche Liste an Gründen ist schon ziemlich lang).

    Anekdoten dazu:

    Ich berate die 2-Führungsebene aus dem Personalbereich eines DAX-Unternehmens und stelle die Konzeption eines neuen, möglichen Kompetenz-/Qualifikationsmodells vor. Zur Verdeutlichung meiner Beispiele dient mir die Personalabteilung und ich sage sinngemäß soetwas wie: Sicher sind in der Personalentwicklung Mitarbeiter mit teilweise anderen Studiengängen geeignet, als im Employer Branding oder der Personalbetreuung.
    Daraufhin die Aussage meines Gegenübers: Ne, Studium ist nicht wichtig, Personal kann jeder…

    In einem anderen Großkonzern den ich beraten durfte, wurden alle freien Personalerstellen mit Ingenieuren besetzt, die abgebaut werden mussten und nie etwas mit dem Thema zu tun hatten. (Das ist allerdings schon 10-15 Jahre her)

    Interessant war auch die Aussage eines Mitarbeiters eines anderen DAX-Konzerns. Ich beriet im Bereich Personal und wusste deshalb, dass alle Stellen besetzt sind. Aber eine Stelle war dennoch ausgeschrieben. Begründung dafür war, dass man nach außen so erscheinen möchte, dass man einstellt.

    Viel Erfolg bei der Jobsuche und nehmen Sie nichts persönlich. Denken Sie bei Absagen daran, dass neue Mitarbeiter auch so ausgesucht werden, dass sie dem direkten Vorgesetzten nicht gefährlich werden können (so irrational das auch teilweise ist).
    Berater

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    1. Vielen Dank für den Beitrag! Personal kann jeder… Ja das habe ich auch schon öfter gehört, leider. Ich hoffe, dass es da ein Umdenken gibt und HR sich nicht selbst ins Abseits stellt. Wie geht man denn mit solchen Situationen als Berater um? Gehirnwäsche ist ja nicht möglich- wie haben Sie reagiert?
      Nein, persönlich nehme ich auf jeden Fall nichts 🙂

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      1. In dem geschilderten Fall schwang noch etwas mehr mit, da die betreffende Person selbst nicht vom Fach war, aber mich als Experten mit ins Boot geholt hat und somit doch Expertenwissen im Personalbereich braucht (vielleicht brauchte er aber auch ausschließlich einen SafeBuy).

        Wie auch immer, meine Reaktion war nach den Aufgaben der internen Personaler zu fragen. Seiner Ansicht nach waren es hauptsächlich organisatorische Themen. In dem Fall kann ich seine Aussage nachvollziehen. Da ich die Teamleiter der Bereiche teilweise kannte, ahnte ich, dass die eine dezidiertere Meinung dazu hätten und bestimmt Qualifikationswünsche hätten. Ich schlug vor, dass wir den Teams die ein besondere Qualifikationen benötigen die Möglichkeit dazu geben sollten, aber auch die Möglichkeit einbauen, dass die Qualifikation wenig relevant ist. Das Modell sollte schließlich für alle Bereiche gelten. Der Vorschlag war gut, die Mehrarbeit lag bei mir und er wurde angenommen. (Ich griff natürlich auf ein Ingenieursbeispiel zurück, weil dort vollkommen klar ist, dass ein Pumpenexperte nicht in der Motorenentwicklung eingesetzt wird.)

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  3. Halli Hallo, ich hatte während meiner Bewerbungszeit ein paar ganz ähnlich „kuriose“ Erlebnisse … Einmal klang die Stellenanzeige sehr attraktiv und abwechslungsreich (Grafikdesign, Social Media Marketing, Messebesuche etc.), aber es stellte sich heraus, dass man doch eine/n billige/n Inhouse-Grafiker/in suchte … 😉 Auch war ich schon mal bei einem Vorstellungsgespräch, das eher davon handelte warum man mich NICHT nehmen wollte (von Anfang an) und bei dem ich mich fragte, weshalb man mich überhaupt eingeladen hatte … Vermutlich 2min vor dem Gespräch erst über den Lebenslauf geschaut … Ich habe auch manchmal das Gefühl, einige Unternehmen glauben die Bewerber für blöd verkaufen zu können 😉 LG, Katharina

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    1. Hallo Katharina, ist ja schon peinlich genug, wenn man erst 2 min vor dem Gespräch in den Lebenslauf schaut… Aber dann sollte man trotzdem in der Lage sein, ein professionelles Gespräch zu führen. Da fehlt oft die Wertschätzung dem Bewerber gegenüber- leider. LG, Sandra

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  4. Liebe Sandra,

    vielen Dank für diesen Beitrag. Musste – leider – herzhaft lachen. Wie gesagt: leider. Bei meinen Bewerbungen habe ich oft Ähnliches erlebt, noch schlimmer sind die Arbeitgeber, die die Bewerber sehr geschickt ‚anschwindeln‘ und das Elend Employer Branding, Personalmarketing und das ‚Leben von Unternehmenswerten‘ mit mir am ersten Tag angefangen hat. Wie immer stinkt der Fisch am Kopf und wir scheinen in der deutschen Wirtschaft (sowohl in Personal- als auch Fachabteilungen) extremes Fischsterben zu haben. Der (aus zeitlicher Sicht) letzte Brüller: Personalgespräch wird mit den Worten eröffnet ‚ich hatte ja noch keine Zeit für dich, aber das Personalbüro brauch vor Ablauf der Probezeit (ganze 3 Monate) eine Beurteilung.‘ Da der Chef tatsächlich keine Zeit für mich hatte, weder einen Jour Fix vereinbart hatte noch eine Zielvereinbarung getroffen wurde, bin ich naiverweise davon ausgegangen, eine solche nunmehr zu bekommen. Die ersten 2,5 Monate hatte ich fast ausschließlich in Einarbeitungsterminen in unterschiedlichsten Abteilungen oder in Schulungsterminen wie DISG-Persönlichkeitsmodellen durch HR o.ä. verbracht und wenn ich mal im Büro war, dann sollte ich mich ‚in Ruhe‘ damit beschäftigen, mir Präsentationen etc. anzuschauen. Neben ausgesprochen positiven Bewertungen zu meinen Englischkenntnissen und meiner Integrität, die er auf dieser Basis als ‚hervorragend‘ einstufte, bekam ich im Bereich Produktkenntnis dafür ein mangelhaft. Nun ja, außer der nebensächlichen Tatsache, dass ich branchenfremd war und die erste Produktschulung erst am Folgetag vereinbart war, schon richtig, allerdings hätte ich insofern gerne einen Vermerk in der Beurteilung gehabt. Das lehnte mein Chef jedoch ab, was wiederum zu einem Personalgespräch mit HR führte in dem mir die Dame aus HR mitteilte, ich solle doch froh sein, dass mein Chef nur dies zu bemängeln habe, es könnten ja auch 10 Dinge sein…
    Ja, sie sind unter uns, die ‚kompetenten‘ Chefs, Personaler und Kollegen. Hoffentlich können wir es besser machen wenn die Stunde der Wahrheit naht!

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    1. Liebe Daniela,

      vielen Dank für deinen Kommentar.
      Ja dein Beispiel lässt auf jeden Fall auch tief blicken… Ich finde es zwar gut, dass es in deinem Unternehmen nach 3 Monaten ein Gespräch gibt, um vielleicht gegenseitige Erwartungen oder Fragen zu klären, aber da ist meiner Ansicht nach kaum eine umfassende Bewertung möglich. Und was spricht denn gegen einen Vermerk in deiner Beurteilung? Das finde ich sehr unfair, vor allem war ja auch bei der Einstellung bereits bekannt, dass du auch einer anderen Branche kommst. Und dein Chef hätte auch reflektieren müssen, wie viel Zeit er in den 3 Monaten gehabt hat…Alles in Allem sehr unschön.
      Ich hoffe, dass du trotzdem noch motiviert weitermachen kannst!

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      1. Ach du dicke Sch… Schuhsohle.

        Ich hab grade schon zu Henrik Zaborowski gesagt, umso mehr ich aus der gelebten HR-Praxis erfahre umso mehr schäme ich mich für meinen Berufsstand.

        Wenn man das so liest, wird einem schlecht.

        Das ist ja fachlich unter aller Sau.

        Ich dachte bisher ich wäre unerfahren und müsste noch so viel lernen, aber umso mehr ich mitbekomme, desto mehr komme ich zu der Erkenntniss dass ich garnicht mal so übel bin.

        Ich hoffe Sie haben den Schock gut verdaut, und den Sachbearbeiterjob fürs Alleskönnen mit 140 Std. Woche abgelehnt.

        Herzliche Grüße
        Stefan Nette

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        1. Ja, den Job konnte ich nicht annehmen 🙂 Mich würde auf jeden Fall interessieren, wer diesen Arbeitsplatz nun bekommen hat. Das werde ich recherchieren.. Fachlich auf jeden Fall bedenklich, wenn man all seine Hoffnungen auf einen „Generalisten“ setzt und meint, mit der Einstellung sind alle Probleme gelöst…
          Liebe Grüße
          Sandra Gausmann

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          1. Es wäre wirklich interessant mal herauszufinden wo der Socken zu stinken anfängt.

            Hat die GL keine Lust HR entsprechend aufzubauen und die Kosten zu tragen? Hat man die Falsche Person auf den Posten der Personalleitung gehoben, weil die Arbeitsleistung als Lohnbuchhalterin so gut war? Kann sich die Personalleitung nicht durchsetzen? Ist vielleicht die ganze Unternehmung von Grund auf verkorkst?

            Man wird es nie erfahren, fakt ist, dass kein Generalist der Welt und auch kein Spezialist das Problem einfach so lösen kann. Der Heilungsprozess muss von innen kommen und nicht von außen. Die sind noch nicht tief genug gefallen…


          2. Ich glaube es ist ein Mix aus mehreren Dingen.. Wahrscheinlich hat die Personalarbeit, wie sie bisher war, immer gereicht (schlimm genug) und das Unternehmen hatte nur eine Personalverwaltung. Mit dem Wechsel zur amerikanischen Mutterfirma haben sich wahrscheinlich auch die Erwartungen an HR geändert. Jetzt haben sie mehrere Probleme: sie müssen ganz viel im HR Bereich nachziehen und ihnen fehlt das Fachwissen dafür. Dazu kommt ein hoher Zeitdruck. Schlechte Kombi auf jeden Fall. Ach ja: und der neue Stelleninhaber darf nichts kosten. Scheint also irgendwo ein Sparfuchs unterwegs zu sein…. Aber du hast auf jeden Fall recht: ich denke auch, dass es erst noch schlimmer kommt, bevor einer mal richtig aufräumt….

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